Parteienverkehr

Betreuungsbewilligung für Tagesmütter/Tagesväter

Allgemeine Informationen

Eine Tagesmutter oder ein Tagesvater darf nur mit einer Betreuungsbewilligung der zuständigen Behörde Tageskinder betreuen. Tagesmütter und Tagesväter sind Personen, die grundsätzlich in ihrem Haushalt regelmäßig und entgeltlich Kinder längstens bis zur Beendigung der Schulpflicht betreuen. Ausnahmen:

  • Wenn wegen einer zu geringen Kinderzahl von bis zu vier Kindern in einer Kinderkrippe, einem Kindergarten, einem Hort, einem Kinderhaus oder einer Alterserweiterten Gruppe eine Ganztagsbetreuung nicht stattfinden kann, kann für diese Kinder eine Betreuung durch Tagesmütter oder Tagesväter für den die Öffnungszeit übersteigenden Zeitraum in den Räumen der jeweiligen Kinderbetreuungseinrichtung erfolgen. Dazu ist eine Mitteilung der Erhalterin oder des Erhalters an die zuständige Behörde erforderlich.
  • "Betriebstagesmütter bzw. -väter" können bis zu vier Tageskinder in den Räumlichkeiten eines Betriebes betreuen.

Es dürfen höchstens bis zu vier Tageskinder betreut werden bei einer Gesamtzahl von höchstens sechs Kindern einschließlich der leiblichen oder sonst verwandten Kinder. Ist mindestens ein Kind noch nicht drei Jahre alt oder hat ein Kind besondere Erziehungsansprüche, beträgt die Kinderhöchstzahl vier. Es dürfen höchstens zwei Kinder mit besonderen Erziehungsansprüchen (z.B. Kinder mit einem Bescheid gemäß Steiermärkischem Behindertengesetz) betreut werden.

Tagesmütter oder Tagesväter können freiberuflich oder als Angestellte bei einer oder einem öffentlichen oder privaten Erhalterin oder Erhalter tätig sein.

Voraussetzungen

  • erfolgreiche Absolvierung eines Ausbildungslehrganges zur Kinderbetreuerin und zur Tagesmutter oder zum Kinderbetreuer und zum Tagesvater
  • bei Tagesmüttern oder Tagesvätern, die im eigenen Haushalt tätig sind:
    • eine familiengerechte Wohnung, die ausreichende Spiel- und Ruhemöglichkeiten im Ausmaß von insgesamt mindestens 30 Quadratmeter Bodenfläche bietet
    • möglichst ausreichende Freispielflächen oder ein öffentlicher Spielplatz in der Nähe
  • bei Tagesmüttern oder Tagesvätern, die in betrieblichen Räumlichkeiten tätig sind:
    • Räumlichkeiten, die im Wesentlichen in Größe und Ausstattung einer familiengerechten Wohnung entsprechen und ausreichende Spiel- und Ruhemöglichkeiten im Ausmaß von insgesamt mindestens 30 Quadratmeter Bodenfläche bieten
    • möglichst ausreichende Freispielflächen oder ein öffentlicher Spielplatz in der Nähe
  • Eignung der Tagesmutter oder des Tagesvaters für die Betreuung von Kindern. Die Eignung ist gegeben, wenn
    • keine Erkrankung oder Beeinträchtigung vorliegt, die die Gesundheit der zu betreuenden Kinder oder die Ausübung der Betreuungstätigkeit im Hinblick auf das Wohl und die Sicherheit der Kinder gefährden könnte
    • die Verlässlichkeit, für das Wohl der Kinder zu sorgen, gegeben ist und ein Strafregisterauszug, der nicht älter als drei Monate ist, vorgelegt wird
    • kein Zweifel an der ausreichenden Betreuung der leiblichen Kinder besteht

Zuständige Stelle

  • Bezirkshauptmannschaft
    • in Graz: der Magistrat


Für die Mitteilung der Tagesmutter bzw. Tagesvaterbetreuung für den die Öffnungszeit übersteigenden Zeitraum in den Räumen einer Kinderbetreuungseinrichtung:
das Amt der Landesregierung - Abteilung 6 - Bildung und Gesellschaft

Verfahrensablauf

Der Antrag ist schriftlich einzubringen.

Liegen die Voraussetzungen vor, erteilt die Behörde einen Bewilligungsbescheid. Sind diese noch nicht gegeben, kann die Bewilligung an die Erfüllung von Bedingungen und Auflagen geknüpft werden.

Im Verfahren kann die zuständige Behörde insbesondere Stellungnahmen eines bautechnischen Sachverständigen sowie des zuständigen Diplomsozialarbeiters oder der zuständigen Diplomsozialarbeiterin über die persönlichen und familiären Voraussetzungen zur Betreuung von Tageskindern einholen.

Erforderliche Unterlagen

  1. Nachweis der abgeschlossenen Ausbildung
  2. Beschreibung der den Kindern zur Verfügung stehenden Räume mit Angabe der Nutzflächen und Vorlage der Grundrisspläne (nur bei Betreuung durch die Tagesmutter oder den Tagesvater im eigenen Haushalt)
  3. Angaben über Eigentums- oder andere Rechtsverhältnisse am Objekt bzw. an der Liegenschaft
  4. ärztliche Atteste der Tagesmutter oder des Tagesvaters und aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen, die bescheinigen, dass keine Erkrankung oder Beeinträchtigung vorliegt, die die Gesundheit der zu betreuenden Kinder gefährden könnte
  5. Strafregisterauszüge (nicht älter als drei Monate) der Tagesmutter bzw. des Tagesvaters und aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen über 14 Jahre

Hinweis: Die Behörde kann im Zuge des Verfahrens zur Erteilung der Betreuungsbewilligung vom Nachweis der abgeschlossenen Ausbildung vorerst Abstand nehmen, sofern dieser Nachweis binnen sechs Monaten nachgereicht wird.

Erledigungsdauer

Die Behörden sind verpflichtet, spätestens sechs Monate nach dem Einlangen des Antrages den Bescheid zu erlassen. Entscheidet die Behörde nicht in der vorgegebenen Frist, so haben Sie die Möglichkeit eine Säumnisbeschwerde bei der jeweils zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde einzubringen. Diese muss die Bezeichnung der Behörde enthalten, deren Entscheidung ausständig ist. Zudem ist im Schreiben das Begehren anzuführen und glaubhaft zu machen, dass die Entscheidungsfrist der Behörde abgelaufen ist.

 



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Datenschutzrechtliche Informationen

  1. Im Zuge dieses Verfahrens bekanntgegebene Daten und jene Daten, die die Behörde im Zuge des Ermittlungsverfahrens erhält, werden auf Grund des Art. 6 Abs. 1 lit. c und e Datenschutz-Grundverordnung in Verbindung mit den diesem Verfahren zugrundliegenden Materiengesetzen automationsunterstützt verarbeitet. Die Verarbeitung erfolgt zum Zweck der Abwicklung des eingeleiteten Verfahrens, der Beurteilung des Sachverhalts, der Erteilung der Bewilligung sowie auch zum Zweck der Überprüfung.
  2. Die allgemeinen Informationen
    • zu den zustehenden Rechten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Widerruf und Widerspruch sowie auf Datenübertragbarkeit;
    • zum zustehenden Beschwerderecht bei der Österreichische Datenschutzbehörde;
    • zum Verantwortlichen der Verarbeitung und zum Datenschutzbeauftragten finden Sie auf der Datenschutz-Informationsseite ( https://datenschutz.stmk.gv.at).


Authentifizierung und Signatur

Eine elektronische bzw. händische Unterfertigung des Antrages ist nicht vorgesehen. 



Für den Inhalt verantwortlich

Amt der Steiermärkischen Landesregierung
8010 Graz, Hofgasse 16



Rechtsbehelfe

Gegen Bescheide kann Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht erhoben werden.

In der Beschwerde sind der angefochtene Bescheid und die Behörde, die ihn erlassen hat, zu bezeichnen. Sie hat ein Begehren zu enthalten und die Gründe, auf die sich die Behauptung der Rechtswidrigkeit stützt, darzulegen. Die Beschwerde ist binnen vier Wochen ab Zustellung des Bescheides schriftlich bei der jeweils zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde einzubringen und hat Angaben zu enthalten, die eine Beurteilung ihrer Rechtzeitigkeit möglich machen.

Die Beschwerde kann elektronisch eingebracht werden: Beschwerde im Verwaltungsverfahren.



Hilfs- und Problemlösungsdienste

EAP-Steiermark

Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 12 - Wirtschaft und Tourismus
8020 Graz, Nikolaiplatz 3
Telefon: +43 316 877 4231
E-Mail: Homepage: https://eap.stmk.gv.at

 



Letzte Aktualisierung

11.12.2020

Zuständigkeit

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